Die Zahlen der Firmenpleiten steigen, die Länderrisiken werden höher. Traditionell sichere Geschäftsumfelder sind auf einmal angreifbar. Die Risikoanalysen von Kreditversichern helfen international agierenden Unternehmen Investitions- und Zahlungsrisiken zu minimieren.

Weltweit sind Unternehmen von den Folgen der Corona-Pandemie getroffen. Lieferschwierigkeiten, Produktionspausen und eine gesunkene Nachfrage fordern ihren Tribut: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weltweit wie schon lange nicht mehr. Und das Risiko im Ausland Geschäfte zu machen, wächst ebenso. Nicht nur wegen der Firmenpleiten. Die Bonitäten der Länder sind ebenso erheblich gesunken. Das Geschäftsumfeld hat sich in vielen Regionen der Welt erheblich verschlechtert.

Bekannte internationale Kreditversicherer stuften schon Mitte des Jahres diverse Volkswirtschaften der Welt ab: 162 Volkswirtschaften waren es laut dem Barometer von Coface; 18 im Länderrating von Euler Hermes. Heute sieht es nicht besser aus; die eine oder andere Nation musste weitere Einbußen in der Risikobewertung verzeichnen. Jordanien zum Beispiel. Oder Aruba (vgl. Länderrisiko-Weltkarte Q3 Euler Hermes oder Country Risk Assessment Map – October 2020, Coface).

Das Länderrisiko in den USA, Frankreich, den Niederlanden oder Spanien, also wichtigen deutschen Partnern im Außenhandel, wird heute dennoch immer noch als sehr gering bewertet. China oder Italien kommen allerdings schon etwas schlechter weg: „B“ – mittleres Risiko, sagen die Experten von Coface in ihrem aktuellem Länder-Rating.

Diese schlechten Ratings sind mit Blick auf die kürzlich veröffentlichten Prognosen zu den weltweiten Insolvenzen nicht verwunderlich. Für die USA, wo man schon im Juli einen massiven Anstieg der Firmenpleiten registrierte, könnte es Ende diesen Jahres heißen: Insolvenzwachstum: +47 Prozent. In den Niederlanden (29%), China (21%), Spanien (20%) oder Italien (18%) – sieht es etwas, allerdings nicht viel besser aus. Und in Frankreich oder Großbritannien, wo das Risiko der Unternehmensinsolvenzen aktuell noch eher moderat erscheint, werden sich laut Einschätzung der Analysten von Hermes die negativen Effekte der Pandemie erst im kommenden Jahr wirklich niederschlagen (4 % auf 20 %; 8% auf 33%). Weitere Informationen hierzu finden sich unter anderem in der Weltkarte Unternehmensinsolvenzen Ausblick 2021. Q 3 2020 Update von Euler Hermes sowie dem Euler Hermes Insolvenz Update aus Juli 2020.

Nun trifft es natürlich nicht jeden: Manche Branchen performen auch in der Krise erstaunlich gut. Global betrachtet erscheint der Gesundheitssektor am risikoärmsten. Anders sieht es im Automobil und Transportbereich oder dem Einzelhandel aus (vgl. Sector Risks Assessments 3rd Quarter, Coface; Online-Auswahl „All Sector Assements“, Coface-Webseite).

Tipp:
Oben vorgestellte exemplarische Risikoanalysen von internationalen Kreditversichern helfen international agierenden Unternehmen, Investitions- und Zahlungsrisiken zu minimieren. Weitere Quellen für ähnliche Analysen sind unter anderem die Ease of Doing Busines Rankings der Weltbank oder die Markt Monitore von Atradius.

Newsletter der IHK Hannover, 01.12.20